In die Nacht geschrieben ...

Frühstück mit Phantom

Liebe Anne,
ja, ich wollte dich schon die ganze letzte Woche anrufen und fragen wie es gewesen ist. Das hole ich mit mehr Ruhe auf jeden Fall nach!
Es klingt nach einer sehr ambivalenten Erfahrung, mit allem, was zur Ambivalenz dazugehört. Ganz wesentlich natürlich die Frage, was brauche und wünsche ich mir für ein Zuhause, was gehört für mich dazu …
Am meisten haben mich die Ausstattung der Küche und die Besuche von Freunden und Familie gefallen, denn genau die sind es, die das mit dir teilen werden. Und natürlich das Phantom und die beiden Eichhörnchen.
Eine spannende Erfahrung,
ganz herzliche Grüße aus der Hitze,
Sabine

kuechenblock

Am letzten Morgen ist das Phantom tatsächlich gegenwärtig. Bisher war sein Frühstückstisch bereits verlassen, wenn ich so zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr meinen Weg in den Speisesaal fand. Nur eine leere Müslischale mit ein paar Haferflocken am Rand und einer Pfütze Milch auf dem Grund, eine zerknüllte Serviette und ein paar Krümel auf dem Teller zeugten davon, dass hier ein Frühaufsteher am Werk gewesen war. Außer mir gab es noch einen weiteren Frühstücksgast. Die Dame am Nebentisch hatte zeitlich ähnliche Vorstellungen für die morgendliche Mahlzeit wie ich. Sie schien froh zu sein über die Abwechslung durch eine weitere Person in dem ansonsten ausgestorben anmutenden Speisesaal. Am ersten Morgen hatte sie mir den Weg zu meinem Tisch gewiesen, denn Personal schien es in diesem Saal erst einmal nicht zu geben. Sie wusste, ich konnte nur die Dritte im Bunde sein, denn sonst frühstückte niemand, wie sie mir bereitwillig erzählte. Ihre…

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In die Nacht geschrieben ...

Küchenschlacht

Guten Morgen liebe Anne,
ich werde ja schon beim Zuhören mit nervös bei deinem „echten“ Küchenblock ausschließlich aus der Küche. Und das, obwohl du eine
„gestandene Profine“ bist. Das Wort hat Henni gerade erfunden und ich soll dir sagen für diesen wunderbar leckeren Nachtisch würde sie sehr gerne das Personal im Hintergrund sein und dir Dinge reichen, ein Glas Wein für die Köchein oder ein Wasser, sie würde spülen oder Spuren auf dem Boden beseitigen, in dem sie sich mit ihren Gummistiefeln einfach daraufstellt … 🙂
Das Ergebnis war es wert, oder?
Herzliche Grüße in deinen Samstag,
Sabine und Henni.

kuechenblock

Küchenschlacht heißt eine werktägliche Sendung im ZDF, in der jeweils der Hobbykoch der Woche gekürt wird. Hab ich noch nie gesehen, weil ich mittags eigentlich nur dann Fernsehen schaue, wenn ich krank im Bett liege. Als ich noch berufstätig war, schien es mir höchstes Rentnerglück zu sein, mittags fernsehen gucken zu dürfen ohne krank zu sein. Geht aber irgendwie nicht. Fernsehtime beginnt für mich auch jetzt erst um 20.15 Uhr. Von daher kann ich also nichts zur Küchenschlacht des ZDF sagen. Ich trage lieber meine eigene eher unfreiwillige Küchenschlacht aus.

Die fand letztes Wochenende rund um Hühnerfrikassee und Erbsenrisotto statt. Diese Speisezusammensetzung klang eigentlich überschaubar und es war auch nicht das erste Mal, dass ich sie kochte. Allerdings noch nie so aufwendig. Das Hühnerfrikassee sollte nämlich wirklich bürgerlich klassisch werden und das Erbsenrisotto frisch erbsig und grün. Beim Hühnerfrikassee lehnte ich mich an die Kochschulter von Tim Mälzer und beim…

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In die Nacht geschrieben ...

Böses Essen?

Liebe Anne,
ich habe in deinem Blog einen schönen potenziellen Buchtitel gefunden, den solltest du dir sichern: … wenn uns nicht der ‚Wassermann‘ ablenkt …
Es ist eine spannende Frage über „Das Böse“ nachzudenken und sich selbst auch immer wieder zu fragen, was ist es für mich und wie bin ich mit möglichen Bildern großgeworden und habe ich verinnerlicht.
Das Thema wird mich auf jeden Fall weiterbegleiten, also danke für diese und die kulinarische Inspiration,
herzliche Grüße in den 1. Mai,
Sabine

kuechenblock

Angeregt zu diesem Blog hat mich ein Seminar der U3L zum Thema ‚Die Natur des Bösen‘. Näheres zu diesem Seminar findet Ihr hier auf der Website der Dozentin Dr. Elke Wehrs. Meiner Begeisterung über die U3L im Allgemeinen habe ich ja nun schon öfter Raum gegeben. Nun also mal Begeisterung im Besonderen für dieses Seminar und die Dozentin, die es nicht nur schafft, das Thema im Seminar so zu präsentieren, dass man gespannt bei der Sache bleibt, sondern auch noch mit den vielfältigen Unwägbarkeiten einer Zoom-Sitzung entspannt und humorvoll umgehen kann. Selbst die Reparatur eines Wasserschadens, deren Zeugen aufgrund des nicht ausgeschalteten Mikrofons bzw. des sich immer wieder einschaltenden Mikrofons bei einem Teilnehmer wir alle im Verlauf einer Stunde werden, bringt sie nicht aus der Fassung. Es rauscht und plätschert zwischendurch, wir erfahren, dass das kalte Wasser wieder läuft, aber dummerweise nicht das heiße – oder war es umgekehrt? Sehen…

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In die Nacht geschrieben ...

Aufgewärmt

Liebe Anne,
da hätte der Richard mal vorher mit mir sprechen sollen und ich hätte ihm das mit dem BFD und FSJ erklärt.
Auch bei uns können Menschen altersunabhängig ihren Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Firman bieten das an, um ihre Mitarbeiter:innen in den Genuss einer vorzeitgen Ruhestands zu schicken. Das habe ich mehrmas erlebt und bin von der Zusammenarbeit begeistert, weil da ganz viel Lebens- und Berufserfahrung auf junge Menschen trifft, die damit gerade beginnen. Aber, eben immer *freiwillig* und erst dann macht es in meinen Augen Sinn, verpflichtend wird da kein Schuh draus, deshalb kann ich deinen Unmut sehr gut verstehen. Und, der BFD darf imme rnur unterstützend sein, niemals ersetzend, denn dafür ist die Politik zuständig, dass die Bereiche mit ausreichend Fachkräften ausgestattet sind.
Dir ganz liebe Grüße,
Sabine, die mit den Bufdis 🙂

kuechenblock

Wilhelm Busch ließ bei Max und Moritz die Witwe Bolte für Sauerkraut schwärmen, wenn es wieder aufgewärmt. So manches schmeckt aufgewärmt tatsächlich besser, weil dann beispielsweise in Schmorgerichten die Gewürze Zeit haben so richtig durchzuziehen, oder weil der Kohl durch das lange vor sich hin Köcheln bekömmlicher wird. Manches wird aber durchs Aufwärmen nicht besser, z. B. philosophischer Quark.

Auf den stieß ich zufällig letzte Woche beim Radiohören in der Küche. Abgesondert hatte ihn Richard David Precht. Wikipedia sortiert ihn in die Rubrik ‚Deutsche Philosophen‘ ein. Meine Abneigung gegen die Philosophie habe ich ja hier schon häufiger kund getan. Dennoch hegte ich bis letztens durchaus Sympathie für Herrn Precht. Ich fand ihn als Typ nicht uninteressant und auch seine Art philosophische Themen locker flockig unters Volk zu bringen, hat mir gefallen. Nun muss ich ihm leider meine Freundschaft aufkündigen. Hat er doch verlangt, dass Rentner und Schüler ein soziales Jahr…

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In die Nacht geschrieben ...

nachtfalter

Wunderschön, leise und tiefgründig,
viele Grüße,
Sabine

verssprünge

ich falte die nacht
stecke sie in die tasche
meiner jeans und gehe zum tag
über. am abend ziehe ich sie wieder hervor
und breite sie aus. vor mir liegt ein bild –
sterne, auf tiefblauem grund.
tauch hinein, kleiner falter
und nimm deine flügel mit.
die traumwege sind verschlungen
doch gesäumt von licht. flieg!
die dämmerung wartet darauf
entfaltet zu werden.

©diana jahr 2021

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Kitchen Possible

Liebe Anne,
dir und Birte ist schon klar, dass ihr im Tun und hier im Präsentieren im Blog quasi eine ganz eigene Marktlücke entdeckt habt, in dem ihr eure eigene Version von Küchen-Boxen anbietet?
Küchen-Boxen sind Küchen-Boxen, der Inhalt stimmt und das Rezept ist auch für Anfänger gut zu kochen.
Ich freue mich auf eure nächste Box,
neugierige Grüße,
Sabine

kuechenblock

Schon klar, eigentlich heißt die Sendung Kitchen Impossible und Ihr kennt sie bereits aus einem Blogpost. Da kriegen die Köche in einer schwarzen Kitchenbox ein Essen zum Nachkochen serviert. Als ich diesen Beitraggerade über Kitchen Impossible eben noch mal gelesen habe, war ich erstaunt, dass er schon fast vier Jahre alt ist. Die Jungs rennen immer noch gockelnd durch die Küche. Die letzte Staffel ist gerade wieder auf Vox gelaufen. Diesmal haben sie alle im deutschsprachigen Raum gekocht, wegen der Coronaeinschränkungen und es ist eine Art Heimatküchenedition entstanden. Tim Mälzer hat im Frankfurter Hof ein ayurvedisches Gericht kochen müssen und wurde vorher in einen Ayurveda Health-Store in Sachsenhausen geschickt. Er hat sich lobend über Frankfurt geäußert und zu Ayurveda wenig gesagt. Brauchte er auch nicht, seine Blicke sprachen Bände! In einer weiteren Folge hat er dann die Zwei-Sterne-Köche Alexander Hermann und Tim Raue in Darmstadt mit dem Nachkochen von…

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Heute kein Dämmerschlaf

Liebe Anne,
mein Mitgefühl ist dir nach diesem Blogbeitrag gewiss! Sind das doch Erfahrungen, wie wir vielleicht alle in dieser oder einer anderen Form mal machen werden oder bereits gemacht haben. Sie aber auf eine so humorvolle Weise zu beschreiben, das muss dir erst einmal jemand nachmachen …
Und einen Brechreiz so auszutricksen, schon genial. Und nein, eine solche Arbeit wäre auch nichts für mich, trotzdem bin ich fasziniert, mit welcher Begeisterung und Ruhe Menschen ihn anscheinend ausüben,
herzliche sonnige Grüße,
Sabine

kuechenblock

Sorry, aber es wird schon wieder ein klein wenig unappetitlich, aber wirklich nur ein bisschen. Ich muss noch mal über meine Zähne schreiben, also über die Zähne, die ich noch nicht habe. Leider bin ich aus dem Alter schon lange raus, in dem Zähne einfach so nachwachsen. Jetzt muss dem künstlich nachgeholfen werden. An diesem Prozess habe ich Euch ja schon mehrfach teilhaben lassen. Er hat ein bisschen was von einer unendlichen Geschichte, oder von großem Drama in mehreren Akten. Letzte Woche fand der 3. Akt statt, in dem in die inzwischen gut eingewachsenen Implantate nun die Schrauben mit Stiften gedreht werden sollten, die dann später die Ersatzzähne aufnehmen. Frau Doktor hatte schon im September angekündigt, dass das auch ohne Dämmerschlaf gehen würde. Der war mir ja vergönnt worden, um die Implantate Würgereiz frei in den Kiefer zu rammen. Ich hatte ihn sehr genossen und hätte mich der Herausforderung gern…

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Gabelfrühstück mit Muckefuck

Liebe Anne,
ich mag es über aussterbende Wörter zu schreiben, nachzudenken, zu reden und sie so nicht in Vergessenheit geraten zu lassen …
Ebenso sehr mag ich deinen Wunsch mal ein Reinigungsvehikel zu fahren. Gibt es bei uns auch, extra ein Kleines für die Fußgängerzone in der Innenstadt und in dem sitzt Ernie. Ja, du liest richtig, der Ernie aus der Sesamstraße, der mit dem betreffenden Kollegen seine Runden dreht. Ich werde mich ihm mal nähern und darauf achten, ob er wie sein Frankfurter Kollege über so etwas Abschreckendes verfügt: *auch dann geht die gesamte akustische Warnanlage in den höchsten Empörmodus* (Diese Formulierung ist einfach genial!).
Das Gabelfrühstück mit Fisch kenne ich noch von meiner Oma, das mochte mein Opa so gerne und ich saß immer fasziniert dabei und habe es nicht verstanden, später dann doch, denn er konnte nichts mehr schmecken und das hat mir als Nicht-gerne-Fisch-Esserin erklärt, wieso er das essen konnte … 🙂
Liebe Grüße nach Frankfurt,
Sabine

kuechenblock

Klingt seltsam auf den ersten Blick?

Zugegeben, es sind Worte, die heute kaum einer mehr benutzt. Ich habe sie in einem Kalender gefunden, den meine Freundin Birte mir zu Weihnachten geschenkt. Es ist ein Kalender der vergessenen Wortschätze.

Da finden sich dann so wundersame Worte wie Straßenfeger.

Wenn man dieses Wort wörtlich nimmt und es sich auch genauso visualisiert, ist völlig klar, was damit gemeint ist. Ein Mensch von der (meist städtischen) Reinigungstruppe, der eben die Straße fegt. Gibt es bei uns in Frankfurt heute noch. Da fährt in der Mitte der Fahrbahn ein kleines Vehikel mit großen Bürsten vorne und an den Seiten, der gefrässig Dreck und vertrocknete Blätter von der Fahrbahn klaubt. Rechts und links auf oder an den Gehsteigen laufen dann Männer ( gibt es eigentlich bei der FES keine Frauen?) mit altertümlich anmutenden Reisigbessen und wedeln dem Ungetüm in der Straßenmitte neues Futter zu. Trifft mein…

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Blogadventkalender – Türchen 14

Liebe Mo,
ja, mein Lachen musst du bis zu dir gehört haben !!!! Wie schön und wie wichtig das doch gerade heute und jetzt und überhaupt ist!!!
Danke dir und danke fürs Mitschreiben!
Ganz herzliche Grüße, mit noch immer einem Lächeln im Gesicht,
Sabine

Mo...Saiks Runen

Ihr Lieben,

alle Jahre wieder lädt Sabine von GrünRaumSchreiben die bloggende Crême-de-la-crême ( 😉 ) zum besinnlichen Blogadventkalender-Schreiben ein.

Die liebe Hedda schrieb gestern:

Türchen No. 13

Henni wurde ganz schummerig. Sie musste sich auf ihren wackligen Küchenstuhl mit der abgeblätterten Farbe setzen, das einzige Möbelstück, das ihr von ihrer Großmutter geblieben war. (Neben den Ringelsocken, aber die waren ja schließlich kein Möbelstück und außerdem hatten sie ein Loch, da wo ihr großer Zeh immer vor Aufregung wackelte, wenn sie mit irgendwas nicht klarkam und sie müsste sie eigentlich wegschmeißen, was sie aber nicht konnte, weil sie ja von Oma Lotte waren!).

Auf einmal wurde es Henni schwer ums Herz. Sie musste unweigerlich an Uwe denken und daran, was er wohl zu dem kleinen rotgepunkteten Schweinchen sagen würde. „Mensch, Henni, ein Schwein in der Wohnung, das geht doch nicht!“ Das würde er sagen und einen großen Schluck aus seinem orangefarbenen…

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